Falstaff testet Viognier

Das Weinmagazin schreibt folgendes zu dieser Rebsorte: Der Viognier ist ohne Frage eine der interessantesten Weißweinsorten überhaupt, findet allerdings erst jetzt im Zug der Renaissance der Rhône-Weine wieder größere Beachtung. Sein Heimatort liegt am Oberlauf der Rhône, vermutlich in Condrieu oder in Ampuis, wo er erstmals 1781 urkundlich erwähnt wird. In Condrieu und in der Klein-Apellation Château Grillet ist der Viognier die einzig zugelassene Rebsorte. An der Rhône verursacht ihm der stramme Mistral große Probleme, weshalb für Anpflanzungen geschützte Standorte gewählt werden sollten. Sein früher Austrieb liegt auch im Risikobereich der Frühjahrsfröste. Ansonsten eignet er sich für kühlere wie auch für wärmere Regionen, sofern kein Wasserstress auftreten kann. Die dicken Beerenhäute schützen den Viognier gegen viele Arten von Fäulnis. Im Zuge der Vollreife kann er ein beträchtliches Mostgewicht entwickeln, baut dabei aber seine Säuren rasch ab, weshalb gewissenhaft auf den richtigen Erntezeitpunkt geachtet werden muss, damit die Weine nicht zu alkoholisch und körperreich ausfallen. Von der Rhône ist der Viognier nach Südfrankreich gewandert, wo die Weine allerdings nicht die Finesse und Komplexität erreichen wie im Ursprungsgebiet. In den letzten Jahren ist der Viognier zum „Weltenbürger“ geworden, Anpflanzungen, aus denen zum Teil bemerkenswerte Weine hervorgehen, findet man in Kalifornien, Oregon, Australien und Neuseeland, aber auch in Südafrika, Uruguay und sogar in Texas und Virginia.

 

Bei uns ist diese besondere Rebsorte seit 2006 im Anbau. In den Anfangsjahren galt es sich anzufreunden, wir haben experimentiert und ausprobiert. In Deutschland gab es bis dato keine Anbauerfahrung mit  dem Viognier. Mit den eigenen Erkenntnissen – der gezielten Ertragsreduzierung während der Vegetationsphase, dem Entblättern und dem anschießenden Ausbau in Barrique-Fass  wurde genau die  passende Stilistik  gefunden, die wir bei den Viognier-Weinen  so sehr mögen. Die Weine der Viognier-Traube sind nach unserer Auffassung oftmals erst nach 2-3 Jahren der Reif so richtig rund,  heißt aber nicht, dass sie auch jünger getrunken werden können. Der besondere Charme kommt  allerdings mit dem gewissen Alter!  Besonders stolz sind wir nun über die Ergebnisse, die unserer Viognier-Weine bei der Falstaff-Verkostung im März 2022 erzielt haben.

2020 Viognier Elixier             92 Punkte falstaff Viognier Elixier

Im Duft Wachs, geröstete Krustentier-Karkasse, Sesam, auch sehr reifer Pfirsich. Im Mund weit ausgreifend, getragen und schmelzig, mit etwas Holz- und mürbem Traubentannin, zum Kauen, sehr gut eingebundene Säure, große strukturelle Länge, die Aromatik ist noch verschlossen. Tolle Substanz.

Weinkarte: Nr. 45-20

2020 Viognier Réserve            91 Punkte falstaff Viognier Réserve

Präsentes Neuholz, röstig, mit würziger Begleitung, Cashewkern und Aprikose. Im Mund straff und besonders frisch durch etwas Kohlensäure, bei mineralischer Färbung und mittlerer Dichte. Lebendiges Säurerückgrat, (nicht nur dadurch) ein eleganter Essensbegleiter. Dim Sum mit Garnele.

Weinkarte: Nr. 23-20

Weinkarte

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